Vincent Delecroix: Der Schuh auf dem Dach

Der Schuh auf dem Dach

In einem Mietshaus in Paris kann ein kleines Mädchen nachts nicht schlafen. Ihrem müden Vater erzählt es von einem Engel, den es auf dem Dach gegenüber beobachtet hat. Der Beweis für seine Existenz: Er hat einen Schuh verloren, der nun einsam und allein in der Regenrinne liegt.

Ein paar Wohnungen weiter betrachtet eine junge Frau mit gebrochenem Herzen den Schuh auf ganz andere Weise: Der Staat hat ihr den Liebsten genommen, der illegale Flüchtling wurde ausgewiesen. Kurz vorher hatte er sich aufs Dach des gegenüber liegenden Hauses geschlichen, um ihr von dort ein Zeichen zu geben. Dann kam ihre Mutter ans Fenster, und er musste schnell verschwinden. Dabei verlor er einen Schuh, der nun immer noch dort liegt und die verliebte Frau schmerzlich an ihn erinnert. In wieder einer anderen Wohnung sitzt zur selben Zeit ein ehemaliger Literaturkritiker, der bis vor kurzem sogar eine eigene Fernsehshow hatte. Während einer seiner berühmten Sendungen hörte er plötzlich eine Stimme: „Was machst du hier eigentlich?!“ – woraufhin er sein Leben radikal änderte. Zurückgezogen liest er nun zum ersten Mal die großen Philosophen und versteht durch sie endlich die Welt. Wie Empedokles will auch er am Ende seines Lebens nichts von sich hinterlassen als bloß einen Schuh. Er wirft ihn aufs Dach – und springt aus dem Fenster...
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»Diese ebenso melancholische wie humorvolle und poetische Erzählung
verzaubert einfach jeden. «
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»Ein wunderschönes Buch über die Kunst des Geschichtenerzählens. «
Point de vue

»Witzig und genial ist diese bissige Satire über die Besserwisserei unserer Tage.
Binden Sie Ihre Schnürsenkel fest! «
Nouvel Observateur